Ausland

Terrorwarnung: Jüdische Museen Norwegens geschlossen

Nach Hinweisen auf mögliche Anschlagspläne von aus dem syrischen Bürgerkrieg zurückkehrenden Islamisten haben die Jüdischen Museen in Norwegen für mehrere Tage geschlossen. Das Jüdische Museum in der Hauptstadt Oslo sei bis einschließlich Sonntag nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, sagte heute ein leitender Mitarbeiter der Einrichtung.

Auch das Jüdische Museum im westlich gelegenen Trondheim bleibe bis auf weiteres zu, berichtete die norwegische Nachrichtenagentur NTB. Nach dem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel Ende Mai mit vier Todesopfern handele es sich bei den Schließungen in Norwegen um Vorsichtsmaßnahmen, sagte der Museumsmitarbeiter in Oslo.

Der norwegische Inlandsgeheimdienst PST hatte gestern eine Anschlagswarnung veröffentlicht. Es gebe Hinweise darauf, „dass eine Gruppe mit Verbindungen zu extremistischen Islamisten in Syrien die Absicht haben könnte, einen Terroranschlag in Norwegen zu verüben“, teilte PST-Chefin Benedicte Björnland mit. Der leitende PST-Analyst Jon Fitje Hoffmann sagte heute im norwegischen Fernsehen, es sei möglich, dass sich die verdächtigten Syrien-Rückkehrer bereits in Norwegen aufhielten.

Tausende bei Auftritt von Hisbollah-Chef Nasrallah

Der Chef der libanesischen Hisbollah-Miliz hat bei einem seiner seltenen Auftritte seine Solidarität mit den Palästinensern im Gazastreifen bekundet. Hassan Nasrallah nahm in einem Vorort von Beirut an den Feiern zum letzten Freitag im Ramadan, dem Al-Quds-Tag teil, wie ein AFP-Korrespondent heute mitteilte.

Unter dem Beifall von Tausenden Anhängern zeigte sich Nasrallah in einem Saal in dem südlichen Vorort, der eine Hochburg seiner schiitischen Miliz ist. In seiner Rede erklärte er, „Palästina“ bleibe das „Hauptanliegen“ der muslimischen Welt.

Nasrallah tritt aus Angst vor Anschlägen durch seinen Erzfeind Israel nur selten in der Öffentlichkeit auf. Normalerweise äußert er sich in Videobotschaften. Seit dem blutigen Krieg seiner schiitischen Miliz mit Israel im Jahr 2006 war es erst sein fünfter öffentlicher Auftritt.

Erneut heftige Kämpfe auf Flughafen von Tripolis

Rivalisierende libysche Milizen haben sich heute erneut heftige Kämpfe um den internationalen Flughafen der Hauptstadt Tripolis geliefert. Nach Angaben eines AFP-Korrespondenten wurde die Umgebung von einer Reihe schwerer Explosionen erschüttert, später stiegen entlang der Route zum Flughafen mehrere Rauchsäulen auf.

Der Flughafen von Tripolis ist seit Beginn der Kämpfe am 13. Juli gesperrt. Er war nach dem Sturz des langjährigen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi vor mehr als drei Jahren in die Hände der sogenannten Sintan-Brigaden gefallen. Rivalisierende Islamisten-Milizen versuchen derzeit, die Brigaden zu vertreiben. Sie werfen ihren Rivalen vor, gaddafigetreue Offiziere und Soldaten in ihren Rängen zu haben.

Kämpfe lähmen Libyens Hauptstadt

Nach Auffassung einheimischer politischer Beobachter geht es in Wirklichkeit aber um Macht und Einfluss nach der Parlamentswahl vom 25. Juni. Deren Ergebnisse liegen zwar noch nicht vor, Abgeordneten und Beobachtern zufolge könnten die Liberalen bei der Abstimmung aber mehr Sitze gewonnen haben als die Islamisten. Diese versuchen demnach, ihre Niederlage militärisch zu kompensieren.

Die unsichere Lage lähmt inzwischen zunehmend das Leben in Tripolis. Banken und Tankstellen bleiben geschlossen, und immer häufiger fällt der Strom in der Hauptstadt aus. Seit Beginn der Kämpfe wurden nach Behördenangaben mindestens 47 Menschen getötet.

Kirgistans Ex-Präsident zu lebenslanger Haft verurteilt

Der frühere kirgisische Präsident Kurmanbek Bakijew ist wegen der gewaltsamen Niederschlagung von regierungsfeindlichen Protesten in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Laut dem heute in der Hauptstadt Bischkek verkündeten Urteil wurde das Vermögen Bakijews beschlagnahmt.

Kurmanbeks Bruder Schanibek, der frühere Chef des staatlichen Personenschutzes, wurde ebenfalls zu lebenslanger Haft verurteilt. Eine zehnjährige Haftstrafe wurde zudem gegen einen Sohn von Kurmanbek Bakijew verhängt. Ihm wurde Geldwäsche zur Last gelegt.

Weitere langjährige Haftstrafen ergingen gegen ehemalige Untergebene von Schanibek Bakijew. Die Urteile bezogen sich auf die Niederschlagung von Protesten Anfang April 2010. Damals wurden 80 Menschen getötet und 300 verletzt. Der Präsident sah sich gezwungen, das Land zu verlassen. Er hält sich mit seinen Vertrauten in Weißrussland auf.

UNO: 225.000 Vertriebene wegen Kämpfen in der Ukraine

Der gewaltsame Konflikt in der Ukraine hat nach UNO-Angaben bisher rund 225.000 Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Etwa 130.000 Menschen hätten bisher die Ukraine in Richtung Russland verlassen, teilte ein Sprecher des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) heute in Genf mit. 95.000 seien innerhalb der Ukraine auf der Flucht.

Ende Juni lag die Zahl der Flüchtlinge noch bei rund 164.000. 110.000 waren bis dahin nach Russland gegangen, 54.000 in andere Teile der Ukraine. Viele Flüchtlinge gaben nach UNO-Angaben nun an, Angst davor zu haben, ins Kreuzfeuer von prorussischen Separatisten und ukrainischen Militärs zu geraten.

70 Tote bei Kämpfen zwischen IS und Syriens Armee

Bei heftigen Gefechten zwischen der syrischen Armee und Kämpfern der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS, früher ISIS) sind nach Angaben von Aktivisten mehr als 70 Menschen getötet worden. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte heute mitteilte, griffen die IS-Rebellen am Vortag in den nördlichen Provinzen Raka und Aleppo sowie in Hassaka im Nordosten des Landes an. Die meisten Toten waren demnach IS-Kämpfer.

Es war die erste größere Konfrontation zwischen der syrischen Armee und den Dschihadisten, die mittlerweile weite Teile im Irak und mehrere Provinzen in Syrien kontrollieren und ihren Einfluss ausweiten wollen. Die radikalsunnitischen IS-Kämpfer hatten für die von ihnen kontrollierten Gebiete Ende Juni ein „Kalifat“ - einen islamischen Gottesstaat - ausgerufen.

Viele Opfer auf beiden Seiten

Der Beobachtungsstelle zufolge starben allein in Hassaka bei Gefechten mindestens 21 Dschihadisten, in der von der IS dominierten Provinz Raka wurden 19 Soldaten und zehn islamistische Kämpfer getötet. Dem Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, zufolge will die Gruppe IS die Provinz „von der Armee säubern“. Die Organisation stützt sich auf ein Netzwerk von Ärzten und Aktivisten, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite nicht nachzuprüfen.

Mit der dschihadistischen IS ist der Konflikt in Syrien deutlich komplexer geworden. Die Gruppe bekämpft sowohl die syrische Führung als auch die gegen Präsident Baschar al-Assad kämpfenden bewaffneten Aufständischen und die dschihadistische Al-Nusra-Front. Der syrische Bürgerkrieg hatte im März 2011 mit regierungskritischen Protesten begonnen.

Inland

Steßl will Rechnungslotto für Gastronomie

Dem Staat entgehen durch nicht ausgestellte Rechnungen jährlich Steuereinnahmen in Millionenhöhe. Finanzstaatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) hat einen ungewöhnlichen Vorschlag: Sie will eine Lotterie für ausgestellte Belege einführen.

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Kanzler lädt nach Fußballeklat zu Religionsdialog

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat nach dem Platzsturm bei einem Fußballspiel in Bischofshofen (Salzburg) die Spitzen der in Österreich anerkannten Religionsgemeinschaften zu einem Dialogtreffen eingeladen. „Das friedliche Zusammenleben aller Religionen ist mir besonders wichtig“, betonte Faymann heute in einer Aussendung. Das Treffen findet am 25. August im Kanzleramt statt.

Der Konflikt um den Gazastreifen hatte am Mittwoch in Bischofshofen zu Ausschreitungen beim Freundschaftsspiel zwischen dem französischen Oberhausclub OSC Lille und dem israelischen Verein Maccabi Haifa geführt. Das Spiel musste beendet werden, nachdem Zuseher mit palästinensischen Flaggen auf das Feld gestürmt waren und israelische Spieler attackiert hatten.

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Staatsbürgerschaft: Matura reicht nicht als Sprachnachweis

Die Staatsbürgerschaftsbehörden akzeptieren eine österreichische Matura und sogar ein abgeschlossenes Germanistikstudium nicht als Nachweis der beim Erwerb der Staatsbürgerschaft zu belegenden Deutschkenntnisse. Das Österreichische Sprachdiplom Deutsch (ÖSD) fordert daher Änderungen im Staatsbürgerschaftsrecht.

Extranachweis trotz Germanistikstudiums

Diese Personen müssten im Rahmen des Staatsbürgerschaftserwerbs nach sechs Jahren noch einmal gesondert Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 nachweisen. Seitens der Politik werde zwar immer betont, dass dieses den Deutschkenntnissen auf Maturaniveau in der ersten lebenden Fremdsprache entspreche, so Manuela Glaboniat, Geschäftsführerin und wissenschaftliche Leiterin des ÖSD, in einer Aussendung. „Es wurde jedoch verabsäumt, dies im Gesetz festzuhalten.“

Damit werde der Extranachweis auf einem Sprachniveau verlangt, das durch Matura und vor allem abgeschlossenes Studium ohnehin gesichert nachgewiesen sei. Diese Fälle hätten sich in den letzten Monaten gehäuft, hieß es auf APA-Nachfrage aus dem Verein.

Wiener Prostitutionsgesetz umstritten

Nach knapp drei Jahren der Neuregelung des Wiener Prostitutionsgesetzes zieht die zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) eine positive Bilanz. Kritik kommt allerdings vom Verein LEFÖ, der Migrantinnen und Betroffene betreut.

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Neues Modell der Ärzteausbildung in Begutachtung

Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) hat sich mit der Ärztekammer auf ein neues Modell zur Ärzteausbildung geeinigt. Der Entwurf ist heute in Begutachtung gegangen und soll mit 1. Jänner 2015 in Kraft treten. Schwerpunkt ist eine neunmonatige Basisausbildung, danach entscheiden sich die Jungmediziner für eine Ausbildung zum Facharzt oder Allgemeinmediziner - inklusive Lehrpraxis.

Neun Monate Basis für alle

Nach Abschluss des Medizinstudiums sollen alle angehenden Ärzte demnach eine neunmonatige Basisausbildung absolvieren. Dabei sollen sie klinische Grundkompetenzen auf den Fachgebieten Chirurgie und Innere Medizin erwerben. Sie sollen damit befähigt werden, Notfallsituationen zu erkennen, Erstmaßnahmen zu setzen und Patienten mit vorhandenen Möglichkeiten zu versorgen, bis höherwertigere Hilfe möglich ist.

Außerdem sollen sie dabei lernen, die fünfzehn häufigsten Krankheiten zu diagnostizieren und der weiteren Behandlung zuzuführen (beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionsstörungen, zerebrovaskuläre Erkrankungen, Alzheimer/Demenz, Diabetes). Nach dieser Basisausbildung müssen die Jungärzte die Entscheidung treffen, ob sie die Ausbildung zum Facharzt oder zum Allgemeinmediziner machen.

Allgemeinmediziner muss zusätzlich in Lehrpraxis

Für den Allgemeinmediziner sind nach der Basisausbildung weitere 27 Monate Ausbildung in einem Spital in verschiedenen Fachrichtungen ähnlich der bisherigen Regelung vorgesehen. Neu ist allerdings, dass danach die Tätigkeit in einer Lehrpraxis für zumindest sechs Monate erfolgt. Nach sieben Jahren steigt der Umfang auf mindestens neun Monate und nach weiteren fünf Jahren auf zumindest zwölf Monate.

Die Gesamtdauer der Ausbildung zum Allgemeinmediziner verlängert sich somit stufenweise auf 45 bzw. 48 Monate. Diese Ausbildung kann in anerkannten Lehrpraxen, Lehrgruppenpraxen oder Lehrambulatorien erfolgen und beträgt höchstens 18 Monate. Der bisherige Turnus geht darin auf.

Bezahlt wird der Jungmediziner dabei von dem Allgemeinmediziner, bei dem er die Lehrpraxis absolviert. Allerdings bekommt dieser einen Teil von der öffentlichen Hand refundiert. Die Fördersumme des Bundes dafür bleibt mit 860.000 Euro gleich, Bundesländer und Sozialversicherung legen je nach Land noch etwas drauf.

Sport

U19-EM: Spielstand bei Österreich - Portugal

Die bereits fix für das Semifinale qualifizierten Österreicher haben bei der U19-EM in Ungarn die Chance, die Vorrunde mit einem Sieg gegen Portugal auf dem ersten Gruppenplatz abzuschließen. Den aktuellen Zwischenstand erfahren Sie derzeit live in sport.ORF.at.

Formel 1: „Silly season“ auf dem Fahrermarkt

Sportlich ist Mercedes das Maß aller Dinge in dieser Saison. Meistens stellt sich nur die Frage, ob Lewis Hamilton oder Nico Rosberg das Rennen gewinnen wird. Da das auf Dauer etwas langweilig ist, dürstet die Szene nach Sensationen vom Fahrermarkt.

Da kommt der Formel 1 gerade recht, dass wieder die „silly season“ - die Zeit der absurden Wechselgerüchte - begonnen hat. Mit Sebastian Vettel, Lewis Hamilton und Fernando Alonso stehen diesen Sommer drei Weltmeister im Zentrum der Spekulationen. Bei den ganzen Aufgeregtheiten ist aber wie üblich viel heiße Luft dabei.

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Skispringen: Schlierenzauers Motivation ist zurück

Gregor Schlierenzauer hat im vergangenen Olympiawinter seine hochgesteckten Ziele verfehlt. Sogar eine Auszeit stand im Raum. Mit dem Trainerwechsel zu Heinz Kuttin ist die Lust beim 24-Jährigen aufs Skispringen wieder zurück. „Nach der Saison war ich ausgelaugt. Jetzt bekam ich viele neue Inputs, ich bin wieder voll motiviert“, erklärte Schlierenzauer.

Beweisen muss der Tiroler laut eigenen Angaben nichts mehr, weshalb er sich mit Zielen für die neue Saison zurückhält. Die Vorbereitung gestaltet Schlierenzauer aber so intensiv wie noch nie, weshalb er auch den Sommer-Grand-Prix in Angriff nimmt.

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Europa League: St. Pölten setzt neuen Meilenstein

St. Pölten hat mit dem Aufstieg in die dritte Qualifikationsrunde der Europa League alle Kritiker und Raunzer eines Besseren belehrt. Die Niederösterreicher dominierten im Rückspiel das favorisierte Botew Plowdiw aus Bulgarien und setzten mit dem 2:0-Heimsieg einen neuen Meilenstein.

Dass ein Erstligist erstmals im Europacup eine Hürde nahm, ist schon eine Sensation, die Art und Weise aber fast noch sensationeller. „Wir sind nicht mit Glück weitergekommen, sondern wir haben den Gegner an die Wand gespielt“, sagte Trainer Herbert Gager.

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Europa League: Neuling Grödig hat Blut geleckt

Auf „50:50“ schätzt Clubmanager Christian Haas die Chancen des SV Grödig, bei der erstmaligen Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation auch die dritte Runde zu überstehen. Nach der 1:2-Heimniederlage gegen Cukaricki, die nach einem 4:0 in Belgrad klar zum Aufstieg reichte, bekommen es die Salzburger mit dem moldawischen Vertreter Zimbru Chisinau zu tun. Für Coach Michael Baur war der durchwachsene erste „Heim“-Auftritt in der Red-Bull-Arena ein „guter Lernprozess“ im internationalen Geschäft.

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Wirtschaft

McDonald’s Japan streicht Hühnerfleisch aus China

Die Fast-Food-Kette McDonald’s hat in Japan nach dem Bekanntwerden des chinesischen Gammelfleischskandals den Verkauf von aus China importiertem Hähnchenfleisch gestoppt.

Obwohl keine Qualitätsprobleme bei anderen chinesischen Lieferanten entdeckt worden seien, werde McDonald’s nun Produkte aus Thailand verwenden, teilte der Konzern heute in Tokio mit.

Chinesische Journalisten hatten gefilmt, wie in einer Fabrik des US-Unternehmens Husi Food in Schanghai verdorbenes Fleisch verarbeitet wurde. Die Firma hatte mehrere US-Fast-Food-Ketten wie McDonald’s, KFC und Pizza Hut beliefert.

Alitalia-Aktionäre stimmen für Kapitalerhöhung

Die Aktionäre der angeschlagenen italienischen Fluggesellschaft Alitalia haben einer Kapitalerhöhung von bis zu 250 Millionen Euro zugestimmt. Sie hätten auf der Hauptversammlung heute auch den Geschäftsbericht genehmigt, sagte ein Anteilseigner, der namentlich nicht genannt werden wollte.

Damit erfüllt Alitalia eine Bedingung der Fluggesellschaft Etihad, die bei den Italienern einsteigen will. Das Alitalia-Board hatte eine Kapitalerhöhung von 200 bis 250 Millionen Euro vorgeschlagen. Damit sollen alte Verbindlichkeiten bezahlt und Verluste aufgefangen werden, die vor dem geplanten Etihad-Einstieg entstehen könnten.

Etihad will 49 Prozent der Anteile an Alitalia übernehmen. Die finanzstarke Etihad, die dem Golf-Emirat Abu Dhabi gehört, ist bereits Großaktionär der deutschen Air Berlin und in letzter Zeit mit aggressiven Expansionsplänen aufgefallen.

Irland will Hilfskredite früher zurückzahlen

Das in der Schuldenkrise mit Hilfskrediten gerettete Irland will einen Teil seiner Darlehen früher als geplant zurückzahlen. Die Regierung könne sich sehr günstig Geld leihen und so ihre Kosten verringern, sagte Wirtschaftsminister Richard Bruton heute. „Das wäre auf jeden Fall attraktiv.“

Irland wurde in der Schuldenkrise von seinen EU-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds vor der Pleite bewahrt. Inzwischen hat das Land den Rettungsschirm wieder verlassen.

Die IWF-Darlehen sind durchschnittlich mit mehr als vier Prozent verzinst, während das Land im Juni Investoren nur 2,32 Prozent für zehnjährige Staatsanleihen bieten musste. Allerdings müssten die EU-Partner zustimmen, wenn Irland die IWF-Kredite früher zurückzahlen will.

Schweiz - Zypern: Doppelbesteuerungsabkommen fixiert

Die Schweiz und Zypern haben heute in Nikosia ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) unterzeichnet. Es handelt sich um das erste zwischen den beiden Ländern unterzeichnete Abkommen dieser Art. Das Abkommen werde zur positiven Entwicklung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen beitragen, teilte das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD, Finanzministerium) mit.

Es enthalte Bestimmungen, die weitgehend der Schweizer Abkommenspolitik auf diesem Gebiet folgten. Am 21. November 2013 war das Abkommen von den Unterhändlern paraphiert worden. Laut EFD wurde es im Anhörungsverfahren von den betroffenen Wirtschaftskreisen wohlwollend aufgenommen. Bevor der Vertrag in Kraft treten kann, muss es jedoch von beiden Staaten noch genehmigt werden.

Seit 2009 hat die Schweiz 48 Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen, die den internationalen Standard in Sachen Informationsaustausch erfüllen; 38 davon sind in Kraft.

Russische Zentralbank erhöht überraschend die Zinsen

Mitten in der Ukraine-Krise hat Russlands Notenbank die Leitzinsen überraschend erhöht. Die Zentralbank in Moskau begründete die Entscheidung heute mit der Sorge vor einer anziehenden Inflation sowie geopolitischen Spannungen. Zentralbankgeld verteuert sich mit der Erhöhung um einen halben Punkt auf acht Prozent.

Bereits im März und April waren die Zinsen um insgesamt zwei Prozentpunkte angehoben worden. Die Inflationsrate war im Juni mit 7,8 Prozent weit über das Ziel der Notenbank hinausgeschossen. Sie nannte zudem die möglichen Auswirkungen der Ukraine-Krise auf den Wechselkurs als Grund für die Straffung der Zügel.

Die russische Landeswährung legte zum Dollar nach dem Entscheid leicht zu. Wegen seiner Rolle im Ukraine-Konflikt hat der Westen Russland mit Sanktionen belegt, die bereits in den vergangenen Monaten den Aktienmarkt des Schwellenlandes belasteten und zu einem Kursverfall des Rubel führten. Derzeit berät die EU über eine Verschärfung der Strafmaßnahmen. Russland wird vorgeworfen, die Separatisten im Osten der Ukraine zu unterstützen.

Chronik

Pensionisten bei Werbefahrt um 13.000 Euro betrogen

Drei Vorarlberger Pensionisten sind bei einer „Ausflugsfahrt“ um insgesamt 13.000 Euro betrogen worden. Bei der Fahrt um 4,99 Euro wurden überteuerte Heilmittel verkauft. Die Betrüger gingen anschließend mit den Pensionisten direkt zur Bank zur Geldabhebung.

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Pakistan: Grundbesitzer trennte Zehnjährigem Arme ab

In Pakistan hat ein Grundbesitzer einem zehn Jahre alten Buben nach einem Streit mit dessen Vater beide Arme abgetrennt. Der Mann habe die Hände des Buben gefesselt und ihm mit dem Rad einer Wasserpumpe die Arme abgetrennt, hieß es heute von der Polizei.

Zuvor hatte es zwischen dem Grundbesitzer und seinem Pächter Streit über die Reparatur eines Stromzählers gegeben. Der Mann wurde festgenommen, nachdem sich die Familie an die Medien gewandt hatte. Die Polizei hatte sich zunächst geweigert, zu ermitteln, wie ein Bezirksvertreter sagte. Der Grundbesitzer hatte demnach behauptet, der Vorfall vom Montag sei ein Unfall gewesen.

Sohn des toten „Sewol“-Reeders festgenommen

Die Polizei in Südkorea hat den Sohn des Reeders der Unglücksfähre „Sewol“ festgenommen. Yoo Dae Gyun (44) habe sich in einer kleinen Wohnung in der Stadt Yongin versteckt, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap heute. Ihm werden Korruption und Veruntreuung vorgeworfen.

Am Dienstag war die Leiche des seit Monaten verschwundenen Reeders entdeckt worden. Die staatliche Gerichtsmedizin könne die Todesursache nicht klären, da die Leiche des 73-Jährigen zu stark verwest sei, heißt es in dem Bericht.

Die Fähre „Sewol“ war am 16. April mit 476 Menschen an Bord vor der Südwestküste Südkoreas gekentert. Mindestens 292 Menschen kamen ums Leben. Noch immer gelten zwölf Insassen als vermisst. Die Reederei soll die Fähre aus Profitgier regelmäßig überladen haben.

Religion

Vatikan prüft Verkürzung von Eheannullierungen

Der Vatikan prüft laut dem Präsidenten des Päpstlichen Rats für die Interpretation von Gesetzestexten, Francesco Coccopalmerio, konkrete Schritte für eine Verkürzung von kirchlichen Ehenichtigkeitsverfahren. In einem Ehenichtigkeitsverfahren geht es um die amtliche Feststellung, ob eine gültige Ehe im katholischen Sinne besteht. Es ist derzeit der einzige Weg, eine katholische Ehe aufzulösen und noch einmal zu heiraten.

Eine Straffung könnte eine mögliche Antwort des Vatikans auf die langjährige Forderung reformorientierter Katholiken nach einer Lösung für das Problem der wiederverheirateten Geschiedenen sein.

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IT

Google erfüllt rund jede zweite Löschanfrage

Google erfüllt gut die Hälfte der Anträge von Europäern zur Löschung von Suchergebnissen aus ihrer Vergangenheit. Etwa 30 Prozent der Anfragen seien dagegen abgelehnt worden, sagte ein Google-Sprecher heute und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. In rund 15 Prozent der Fälle habe man die Internetnutzer um zusätzliche Informationen gebeten.

91.000 Anträge bisher

Google erhielt nach eigenen Angaben bis Mitte Juli insgesamt 91.000 Anträge zur Entfernung von 328.000 Links aus Suchergebnissen. Der Internetkonzern macht keine Angaben dazu, wie viele der Anträge bereits abgearbeitet wurden. Google nannte die neuen Zahlen zum Stichtag 18. Juli am Donnerstag bei einem Treffen mit europäischen Datenschützern in Brüssel.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte Mitte Mai entschieden, dass Europas Bürger Google dazu verpflichten können, Links zu unangenehmen Dingen aus ihrer Vergangenheit aus dem Netz verschwinden zu lassen. Die Informationen selbst müssen von den Urhebern nicht entfernt werden. Nur die Verweise auf die Inhalte tauchen dann nicht mehr in der Google-Suche auf. Google schaltete Ende Mai ein Onlineformular frei, über das man die Löschung der Links beantragen kann. Auch für Microsofts Suchmaschine Bing gibt es inzwischen ein Löschformular.

Science

Wie die Quantenphysik auf die Socken kam

Reinhold Bertlmann ist in der Fachgemeinde nicht nur wegen seiner wissenschaftlichen Beiträge bekannt, sondern auch wegen seines exzentrischen Kleidungsstils. In einem ORF-Interview erklärt der Wiener Physiker, was seine bunten Socken mit der Quantentheorie zu tun haben: ein Gespräch über Einstein, geisterhafte Fernwirkungen und die Realität von Quanten.

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Lesebegabte Kinder werden klüger

Lesen macht Kinder intelligent - insgesamt, und nicht nur sprachlich, zeigt eine englische Studie. Kinder, die in jungen Jahren ihre Lesefähigkeit verbessern, seien auch später die besseren Denker.

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Kultur

„Drachenzähmen“ punktet mit neuer Animationstechnik

Teil eins hat weltweit ein Millionenpublikum ins Kino gelockt, Teil zwei bereits im englischsprachigen Raum für Furore gesorgt: Hicks ist zurück - in „Drachenzähmen leicht gemacht 2“. Gemeinsam mit Drachen kämpfen die Wikinger gegen einen Feind von außen.

Was den Inhalt betrifft, sprechen Kritiker von für Comicfilme üblicher Gut-Böse-Schwarzweißmalerei. Mit viel gutem Willen kann man aber in dem Film auch eine Reflexion über erodierende Familienverhältnisse und sich wandelnde Rollenbilder erkennen. Wirklich beeindruckend ist jedenfalls eine neue Generation von Animationstechnik.

Mehr dazu in Tüfteleien für die Familientherapie

ImPulsTanz: Meg Stuart und das Zappelphilipp-Syndrom

Die amerikanische Tänzerin und Choreografin Meg Stuart hat mit ihrer Company Damaged Goods mit „Sketches/Notebook“ ein quasi improvisiertes Performance-Stück im MuseumsQuartier zur österreichischen Erstaufführung gebracht. Mit ihren unfertigen Skizzen geht sie dabei auf volles Risiko - nichts an diesem Abend ist vorhersehbar, wie sich am gestrigen Premierenabend zeigen sollte.

Mehr dazu in news.ORF.at/festspielhighlights

Bühnenpanne stoppt Auftakt der Bayreuther Festspiele

Eine Panne auf der Bühne hat den Auftakt der Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth unterbrochen. Alle Zuschauer wurden heute aus Sicherheitsgründen nach etwa 20 Minuten aus dem Saal geschickt, wie dpa-Reporter aus Bayreuth berichteten.

Bei der Aufführung der Oper „Tannhäuser“ habe es zweimal geknallt, und Stöcke seien aus einem beweglichen Käfig des Bühnenbildes gebrochen.

Mitarbeiter und Besucher sagten, sie könnten sich an keine technische Panne erinnern, die eine Aufführung in den vergangenen Jahrzehnten derart gestört hätte.